Die SP Aarau sagt nein zur Überbauung des Hinterfelds in Aarau Rohr

Der Stadtrat hat am 15.12.2015 in seiner Medienmitteilung zur Arealentwicklung Hinterfeld festgestellt, dass die Entwicklungsvorschläge für das Hinterfeld im Rahmen der öffentlichen Vernehmlassung „mehrheitlich positiv“ beurteilt worden seien. Die SP Aarau nimmt mit grossem Bedauern zur Kenntnis, dass der Stadtrat verschweigt, dass u.a. die Anwohnervereinigung und die grösste Partei in Aarau sich ganz klar gegen das Projekt des Stadtrates ausgesprochen haben.
Die SP Aarau sagt nein zur Überbauung der letzten grossen Baureserve der Stadt, denn das Projekt ist weder aus der Sicht der Stadtentwicklung noch der Quartierentwicklung sinnvoll.
Gemäss Raumentwicklungsleitbild (REL) sind die letzten unverbauten Gebiete als Baulandreserven für die zukünftigen Generationen zu betrachten und zu schonen – eine Überbauung des Hinterfelds steht diesem Ziel diametral entgegen. Auch weitere, im REL explizit festgehaltene Ziele der Stadtentwicklung werden mit dem Projekt verletzt: „mit Boden haushälterisch umgehen“, „Wachstum in bestehenden Baugebieten realisieren“, „qualitätsvolles Verdichten am richtigen Ort“, „prägende, wertvolle Landschaften stärken“, „Freiräume sichern“.
Der aufgrund des prognostizierten Bevölkerungswachstums nötige Wohnraum kann leicht durch das Verdichtungspotential in den grossen Umbaugebieten Bahnhof Süd, Torfeld Nord, Torfeld Süd im Zentrum und im Telli realisiert werden.
Auch aus der Perspektive der Entwicklung des Quartiers Rohr muss dieses Projekt kritisiert werden. Die Lage des Hinterfeldes ist– wie sein Name sagt – ziemlich weit hinten. Die Anbindung von Rohr an das Zentrum von Aarau ist nicht besonders gut und wird mit der Bebauung des Hinterfeldes nicht besser – und mit dem zu erwartenden Mehrverkehr eher schlechter. Bereits heute stehen die Busse sehr oft im Stau, und mit dem Velo hat man einen 10 bis 15 Minuten langen, sehr unattraktiven Weg bis ins Zentrum zurückzulegen. Verbesserungen für den Langsamverkehr – wie im REL angesprochen – sind zurzeit auf Eis gelegt und werden mit dem Projekt nicht aufgenommen.

Fazit der SP

Es ist aus der Sicht der Stadtentwicklung viel einfacher und auch nachhaltiger, zuerst einmal die näher gelegenen Entwicklungspotentiale auszuschöpfen, auf das Projekt vorläufig zu verzichten und das Areal als Baulandreserve für künftige Generationen zu erhalten.
Es ist aus der Sicht der Quartierentwicklung besser und billiger, auf das Projekt zu verzichten. Die Ausbauten der Infrastruktur, die für die bessere Anbindung an das Stadtzentrum dringend notwendig sind, sollen sich an den bestehenden Quantitäten und Bedürfnissen orientieren.

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